| Stadtwappen Halle | Geographische Lage |
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| Bundesland: | Sachsen-Anhalt |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Koordinaten: | 51° 28′ N, 11° 58′ O |
| Höhe: | 87 m ü. NN |
| Fläche: | 135,02 km² |
| Einwohner (Stand 31.12.2006): | 235.720 |
| Bevölkerungsdichte: | 1746 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 06099-06132 |
| Vorwahl: | 0345 |
| KFZ-Kennzeichen: | HAL |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 02 000 |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 1 06108 Halle (Saale) |
| Webpräsenz: | » www.halle.de |
Lage
Halle liegt am Nordwestrand der Leipziger Tieflandsbucht, der größere Teil östlich der schiffbaren Saale, die sich hier in mehrere Arme teilt und eine breite Flussaue bildet, und unterhalb der Mündung der Weißen Elster.
Geschichte
Halles Salzquellen – entstanden durch eine geologische Besonderheit, die sog. Hallesche Marktplatzverwerfung – wurden bereits in der Vorzeit genutzt. Neuere Grabungen auf dem Markt belegen die Kontinuität der Bedeutung des Salzes für die Stadt. Der Besiedlung des Stadtgebietes in der Vorgeschichte folgten mutmaßlich die Hermunduren, die Angeln und Warnen (Thüringer) und die Wenden, welche den Ort Dobrebora nannten. 735 eroberte der fränkische Hausmeier Karl Martell die Gegend um Halle, ließ die Stiftskirchen in Merseburg und Magdeburg errichten und schenkte 738 seinen Soldaten das Salzwerk Dobrebora und die Ritterfahne mit dem Titel „Ritter Unserer Lieben Frauen Brüderschaft“. Im Chronicon Moissiacence 806 wird der Ort Halle als „Halla“ erstmals genannt. 968 gründet Otto I. das Erzbistum Magdeburg, zu dem auch Halle bis zum Jahre 1680 gehört. Um 1120 wird die Stadt umfassend erweitert. 1263 wird zwischen dem Magdeburger Erzbischof Rupertus und der Stadt Halle ein Vertrag geschlossen, nach dem der Erzbischof keine Burg im Umkreis einer Meile und keine weiteren Solbrunnen anlegen darf. 1281 wird Halle urkundlich erstmals als Mitglied der Hanse erwähnt, 1310 die Selbstverwaltung der Stadt vertraglich festgehalten. 1341 beginnt der Bau für einen starken Turm zwischen Waage und Rathaus, welcher bis 1835 zur sicheren Unterbringung der städtischen Privilegien dient.
1418 beginnt der Bau am Roten Turm, einem Glockenturm „zur Ehre Gottes und der Stadt Halle wie der ganzen Umgebung zur Zierde“. Er wird später zum Wahrzeichen der Stadt. 1478 endet die etwa 200-jährige städtische Selbstständigkeit. 1484 lässt Erzbischof Ernst in der Nordwestecke der Stadt die Moritzburg als befestigtes Wohnschloss erbauen und zieht 1503 feierlich ein. Bis 1680 ist Halle Haupt- und Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg. 1530 bis 1554 werden die romanischen Basiliken St. Gertraud und St. Marien abgerissen und zwischen den verbliebenen Türmen (Blaue Türme und Hausmannstürme) die damit viertürmige Marktkirche errichtet. Diese spiegelt den Übergang von der Gotik zur Renaissance wider.
1541 wird in der Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg die Reformation vor allem unter der Federführung von Justus Jonas dem Älteren eingeführt. Das Erzbistum wird fortan von einem erzbischöflichen Administrator verwaltet. 1625 besetzen Kaiserliche Truppen unter Wallenstein die Stadt. 1637 brennt die Moritzburg im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges aus. Nach dem Tod des letzten erzbischöflichen Administrators, Herzog August von Sachsen, im Jahre 1680 fällt Halle mit dem gesamten Erzstift Magdeburg an das Kurfürstentum Brandenburg und wird mit diesem ab 1701 Teil des Königreichs Preußen. Halle war seit dieser Zeit bis 1714 Hauptstadt des preußischen Herzogtums Magdeburg.
1694 wird die Universität Halle (alma mater halensis) mit zunächst vier Fakultäten gegründet.
Am 17. Oktober 1806 erstürmt die Division Dupont des Korps Bernadotte die Stadt und schlägt danach die preußische Reservearmee unter von Württemberg. Wenige Tage später besucht Kaiser Napoleon die Stadt und ordnet die Auflösung der Universität an.
Nach dem Tilsiter Frieden im Jahre 1807 wird Halle Teil des neu gebildeten Königreichs Westphalen. Doch fällt sie 1815 wieder an Preußen, das die Stadt der neu gebildeten Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Merseburg, eingliedert. Durch die Verwaltungsgliederung entsteht der bis heute bestehende Saalkreis mit Sitz in Halle. 1819 entsteht der Stadtkreis Halle, der jedoch 1828 bereits wieder aufgelöst wird; die Stadt ist von da an unmittelbar der Regierung in Merseburg unterstellt.
1842 wird das Gefängnis der Stadt, der Rote Ochse als Straf- und Besserungsanstalt eröffnet. Es ist unter wechselnden Funktionen bis heute in Nutzung. Ein Teil der weitläufigen Anlage ist als Museum gestaltet.
1882 fahren die ersten Pferdebahnen als Vorläufer der Straßenbahnen. Fortan ist Halle quasi eine kreisfreie Stadt, die 1890 die Grenze von 100.000 Einwohnern überschreitet und damit Großstadt wird. Ebenfalls 1890 benennt sich die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) auf ihrem Parteitag in Halle nach Aufhebung der reichsweit 12 Jahre gültigen repressiven Sozialistengesetze in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) um; unter diesem Namen besteht sie noch heute. Im April 1891 fährt in Halle die erste elektrische Straßenbahn der „Stadtbahn Halle“. Bis Juni 1891 werden drei weitere Linien hinzugefügt. Halle besitzt damit das erste elektrische Straßenbahnnetz Europas.
Halle erleidet im Zweiten Weltkrieg als eine der wenigen größeren deutschen Städte nur geringe Zerstörungen. Zwei Bombenangriffe erfolgen auf die Stadt: der erste am 31. März 1945, der zweite einige Tage später. Ziel sind die Bahnhofsanlagen, die aber nicht getroffen werden. Zerstörungen gab es nur zwischen Bahnhof und Zentrum (1. Angriff) bzw. im südlichen Stadtteil (2. Angriff). Am 17. April 1945 wird Halle von amerikanischen Truppen besetzt, dabei wird der Rote Turm in Brand geschossen. Dass die Stadt dabei keine größeren Schäden erleidet, verdankt sie dem damals dort ansässigen Felix Graf von Luckner, der zusammen mit dem Oberbürgermeister die Stadt an die amerikanischen Truppen übergibt. Im Juli ziehen die Amerikaner wieder ab und die Sowjetunion wird die Besatzungsmacht. Halle wird Hauptstadt der Provinz Sachsen, welche kurze Zeit später im Land Sachsen-Anhalt aufgeht. Mit der Auflösung der Länder in der DDR 1952 wird Halle Bezirksstadt des Bezirks Halle.
Die Ausgliederung des Wohngebiets Halle-West ab 1964 führt 1967 zur Gründung der selbständigen Stadt Halle-Neustadt, die 1971 kreisfrei wird. Im Zuge der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten wird Halle-Neustadt im Mai 1990 wieder mit Halle vereinigt. Die Stadt gehört jetzt zum wieder neu errichteten Land Sachsen-Anhalt.
Wirtschaft
Ansässige Unternehmen:
* envia Mitteldeutsche Energie AG
* Stadtwerke Halle (1600 Mitarbeiter)
* Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG)
* GP Günter Papenburg AG – BT Halle
* KSB-Pumpen, Niederlassung, größter Industriebetrieb in der Stadt mit 450 Mitarbeitern (2005)
* Transformatorenwerk, ABB
* Finsterwalder Transport und Logistik GmbH, mit 265 Mitarbeitern größter Logistikdienstleister der Stadt
* Halloren Schokoladenfabrik – Deutschlands älteste Schokoladenfabrik
* Kathi Backmischungen
* Coca Cola Erfrischungsgetränke AG Zweigniederlassung Halle – Produktion von Softgetränken (ca. 350 Mitarbeiter)
* DELL Halle GmbH (Service- und Vertriebszentrum, ca. 650 Mitarbeiter)
* zahlreiche Callcenter (ADAC, BUW, Transcom, Regiocom, S-Direkt und andere), wichtigste Wachstumsbranche in Halle mit ca. 3800 Beschäftigten
(Stand Oktober 2006)
Infrastruktur
Bahnanschluß
Halle besitzt eine S-Bahn-Linie, welche 1969 eröffnet wurde. Sie verbindet den Stadtteil Halle-Neustadt (in Form eines die Stadt umschließenden "U") über den Hauptbahnhof mit Halle-Trotha. Bis 2002 führte sie über Halle-Neustadt hinaus nach Halle-Dölau, wurde aber aufgrund zu geringen Fahrgastaufkommens eingestellt. Gleiches gilt für die ab 2008 eingestellte Verbindung zwischen Halle-Neustadt und den Chemiebetrieben um Merseburg. Aufgrund des partiellen Neubaus der Strecke Halle-Leipzig, welche zur Zeit als S10 halbstündig die beiden Hauptbahnhöfe verbindet, fusionierten die S-Bahn-Netze der zwei Städte 2004 zum S-Bahn-Netz Leipzig-Halle. Dieses wird aber erst nach der Fertigstellung des Leipziger Citytunnels seine endgültige Form erhalten, so dass Leipzig das Zentrum des neuen Netzes darstellen wird.
Öffentlicher Nahverkehr
Der ÖPNV wird in Halle von der HAVAG (1918 bis 1951 Städtische Straßenbahn Halle, 1951 bis 1990 Verkehrsbetriebe Halle) bedient. Sie betreibt 15 Straßenbahn- und 23 Buslinien. In Halle fuhren die ersten kommerziell genutzten elektrischen Straßenbahnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten Deutschlands blieben große Teile des halleschen Straßenbahnnetzes nach dem zweiten Weltkrieg bestehen. Halle besitzt angesichts der Einwohnerzahl ein überdurchschnittlich ausgebautes Straßenbahnetz, was durch die Erschließung Halle-Neustadts, die Verbindung desselben mit dem Hauptbahnhof und die die Verbindung von Kröllwitz mit dem Stadtteil Heide-Süd nach der Wende sogar noch eine Erweiterung fand.
Flughafen Leipzig/Halle
Östlich von Halle befindet sich der Flughafen Leipzig/Halle, welcher als internationaler Verkehrsflughafen für die Region fungiert. Er befindet sich am Schkeuditzer Kreuz auf halber Strecke zwischen den beiden Großstädten und verfügt über eine direkte Autobahnanbindung. Aufgrund der zwei unabhängigen 3600 Meter langen Start- und Landebahnen und der Nachtflugerlaubnis wird der Flughafen zunehmend auch für den Frachtflugverkehr genutzt. Durch den östlichsten Abschnitt der im Bau befindlichen Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle erhielt der Flughafen einen Fernbahnhof, der mit Fertigstellung der Eisenbahnstrecke im Jahr 2015 auch in das ICE-Netz eingebunden wird. Zusätzlich befindet sich im Südbereich des Flughafens ein Güterbahnhof im Bau.
Angeflogen werden im Passagierbereich die großen deutschen Drehkreuzflughäfen, europäische Metropolen, Ferienziele vor allem im Mittelmeerraum und Nordafrika sowie einige Interkontinentalziele.
Kultur
Theater
- Opernhaus Halle – Musiktheater und Ballett (BALLETT ROSSA)
- Staatskapelle Halle Orchester, das mit einer Sollstärke von 152 Musikern das zweitgrößte in Deutschland ist. Die Staatskapelle Halle ist hervorgegangen aus der Fusion des Opernorchesters und des Philharmonischen Staatsorchesters Halle
- neues theater Halle – Sprechtheater mit mehreren Bühnen, gelegen auf der vom früheren Intendanten Peter Sodann entwickelten „Kulturinsel“
- Puppentheater der Stadt Halle – Puppentheater für Erwachsene und Kinder
- Thalia Theater Halle – Kinder- und Jugendtheater
- Theatrale – oder auch „Freie Komödianten“ genannt
- Märchenteppich – Figurentheater für Kinder und Erwachsene
- Theater Apron – freie Theatergruppe, bestehend aus Studenten
- Schiller-Bühne – ein Wandertheater
- Figurentheater Anna-Sophia – klassische und moderne Märchen mit Puppen für Kinder
- Steintor-Varieté
- Theater Varomodi – freie Theatergruppe
Museen
- Händelhaus (Geburtshaus des Komponisten), Musikmuseum der Stadt Halle
- Moritzburg (Halle) Stiftung Moritzburg / Landeskunstmuseum
- Beatles Museum
- Geiseltalmuseum
- Julius-Kühn-Museum, größte Haustierskelettsammlung der Welt
- Historisches Straßenbahnmuseum
- Landesmuseum für Vorgeschichte
- Stadtmuseum Halle, Christian-Wolff-Haus
- Museum in den Franckeschen Stiftungen (Schulstadt)
- Halloren- und Salinemuseum
- Marienbibliothek
Mit den Franckeschen Stiftungen, dem Landeskunstmuseum in der Moritzburg und dem Händelhaus besitzt die Stadt Halle gleich drei sogenannte kulturelle Leuchttürme. Das sind 20 bedeutende Museen und Einrichtungen des nationalen Kulturerbes der neuen Bundesländer, die in das Blaubuch der Bundesregierung aufgenommen wurden und finanziell gefördert werden.
Quellen : www.wikipedia.de
